Zu früh gefreut

Nachdem wir erleichtert darüber waren, daß unser Haus endlich trocken ist, folgte gestern die Ernüchterung. Eigentlich waren wir auf der Baustelle, um uns mit unserem Küchenlieferanten zu treffen und die letzten Vermessungen vorzunehmen. Alles ging rasch von der Hand, allerdings haben wir eine Abweichung der Küchen- zur Werksplanung von 13,5 mm. Entgegen unserer anfänglichen Annahme, daß die Abweichung von einer nicht ganz 100%ig korrekt gesetzten Wand kam, haben wir nochmal nachgemessen. Alles hat mit den Plänen übereingestimmt (bis auf 0,5mm). Offenbar wurden Maße bei der Küchenplanung falsch übertragen. Unser Tipp an euch: messt besser nach und kontrolliert, ob alle Maße übereinstimmen. 😉 Wir haben die Abweichung noch rechtzeitig erkannt. Die restlichen Maße stimmten allerdings bis auf wenige Millimeter Abweichung.

Doch das war noch nicht alles, was uns an diesem Tag erwarten sollte. Schon als wir morgens ankamen, wehte der Wind kräftig, immerhin war Sturmtief „Burglind“ angesagt. Da unsere Monteure mit ihren Arbeiten vor Weihnachten nicht ganz fertig wurden und auch damals schon stärkerer Regen bzw. Tauwetter vorhergesagt war, hatten sie kurzerhand mit einem provisorischen Dach vom Obergeschoß über den Balkon ins Erdgeschoß nachgebessert. Dies hatte bisher den meisten Regen abgehalten, wenngleich im Wohnzimmer im Erdgeschoß bei Starkregen von der dortogen Terrasse immer ein wenig Wasser eingedrungen war. Glücklicherweise machte das dem Betonboden wenig aus, so saugten wir das Wasser ab oder wischten es von der Terrasse.

Dieses Sturmtief war aber deutlich stärker, wir hatten Sturmböen um die 90km/h, welchen unsere Planen standhalten mussten und auch der ergiebige Starkregen stellte die provisorische Dachkonstruktion ganz schön auf die Probe. Da die Plane unterhalb der Dachkonstuktion leider nur seitlich befestigt war, wurde diese von den starken Böen erfasst, blies sich zum Windsack auf und schob uns das Wasser weiter Richtung Wohnzimmer. Durch den starken Wind drohte die ganze Plane abzureissen. Ganz toll, das konnten wir überhaupt nicht brauchen. Unsere Holzbaufirma hat derzeit Betriebsferien, dennoch meldete sich der Inhaber selbst zurück und sagte uns zu, daß sie sich gleich nächste Woche um die restlichen Arbeiten am Rohbau kümmern wollten. Nur was tun bis dahin? Riskieren, daß die Plane vom Winde verweht wird und ggf. noch die Stabilität des Gerüsts gefährdet oder andere Schäden nach sich zieht?

Wir sind dankbar und froh, daß wir einen handwerklich begabten Alleskönner in der Familie haben, der sich nach einem verzweifelten Anruf auf den Weg machte, um mit uns gemeinsam, sowie unserem hilfbereiten neuen Nachbarn, die große Plane im Beton zu verankern. Ein Hoch auf meinen Papa – was wären wir nur ohne dich!

Vom Nachbarhaus aus gut zu sehen hatte sich leider zudem auch die zusätzliche Plane auf dem Hauptdach gelöst, was bei diesen Windgeschwindigkeiten wahrlich kein Wunder war. Also Vater mit meinem Mann rauf aufs Gerüst und mit mehreren Latten die Plane wieder, und diesmal gescheit, an der Dachkonstruktion befestigt.

Nach mehr als 6,5 Stunden war alles soweit befestigt, daß nichts Schlimmeres passieren sollte. Mittlerweile hatte der Wind etwas abgeflacht, allerdings goss es dafür aus Kübeln.

Hier noch ein kurzes Video vom Sturm als dieser bereits wieder schwächer war, damit ihr euch einen besseren Eindruck verschaffen könnt:

Kurzes Update (4.1.2018):

Heute Morgen haben wir unseren Bau nochmals in Augenschein genommen. Trotz stetigem Starkregen scheint kein weiteres Wasser ins Haus eingedrungen zu sein und alle Planen befanden sich auch noch an ihrem angestammten Ort. So warten wir jetzt auf Anfang nächster Woche und hoffen, dass alle gut erholt aus dem Urlaub zurück sind und unser Dach sowie die beiden Flachdächer (Terrasse und Balkon) eingedeckt/abgedichtet werden und die Flaschnerarbeiten erfolgen.

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